11. Juli 2012
Bisher hatte ich seine Entwürfe nur auf Fotos gesehen. Aber was mir durch den Kopf ging, als wir uns auf den Weg zu seinem Stand auf der Bread & Butter machten war “Enfant terrible” – so hat ihn mal jemand gennant. Den Rebell der deutschen Modeszene. Ich war sehr gespannt.
Nun – anscheinend war die Super-Nanny zu Besuch bei dem Münchner Designer. Denn aus dem ungehorsamen Kind ist eine Marke geworden, die sich recht geschmeidig zwischen all die anderen Denim-Aussteller auf einer der größten deutschen Modemessen einfügt, ohne jedoch in der Masse unterzugehen. Pink und türkis zu batik-ähnlichen Prints vermischt, Jeans in aktuellen bunten Waschungen – nicht gerade typische Farben für Mohr, der doch bisher eher mit Nichtfarben glänzte. Nichtsdestotrotz hat uns die Kollektion sehr gut gefallen und sorgte für einige Highlights. Lasercuts in Jeansshorts zum Beispiel, die durch verbrannte Ränder dem destructed Look Tribute zollten. Die Oberteile aus Jersey, übergroß drapiert, weckten in mir sofort die Lust auf Sommer und Strand – wie es sich gehört für eine Sommerkollektion.
patrick mohr SS 2013 > METAMOHRPHOSE < Showcase directed by Hakan Can from APARTMENT BLUE FACTORY on Vimeo.
Die Präsentation der Kollektion im Babylon-Kino und der zugehörige Film, liessen mich allerdings etwas ratlos zurück. Es gab unter der gezeigten Kleidung kein Showpiece, nichts konzeptuelles, wie man es sonst von Patrick Mohr gewohnt war. Bis dann der Film gezeigt wurde. Und der war wieder ganz wie Patrick Mohr – düster und etwas unzugänglich griff der Film die katholische Thematik von Schuld und Sühne auf, orgiastische Szenen und Abbitte vorm Kreuz inklusive.
Nur der Zusammenhang zur Kollektion, der erschloss sich mir nicht. Eher scheint sich ein Konflikt zwischen Konzept und Kommerz abzuzeichnen. Und gerade deshalb bin ich gespannt, wie zuvor, auf das was kommt und halte es mit dem Motto der aktuellen Sommerkollektion “I want Mohr”.







